Allmende für Mitteilungsblatt 48-2017

5 Jahre Kommunales Kino – Glückwunsch!

Es gibt eine jahrzehntelange Tradition von Filmvorführungen in Stetten: schon in der NS-Zeit wurden Filme in der Glockenkelter gezeigt, nach dem Krieg in der TV-Turnhalle, später von Ortsjugendring und Jugendzentrum in wechselnden Räumen. 1989 entstand das Freiluftkino „Sommernachtstraum“ (heute: „Kult im Bädle“) im Freibad. Am 6.11.2012 wurde das erfolgreiche Kommunale Kino e.V. gegründet, das in 5 Jahren fast 60 Filme mit über 2.500 ZuschauerInnen gezeigt hat. Wir gratulieren!

Unsere Gemeinde ist auch Geburtsort bzw. Heimat vieler FilmemacherInnen: erwähnt seien hier Marc Schlegel, Jannis Lenz, Filmproduzent Arek Gielnik („Willkommen bei Habib“), sowie Irene von Alberti + Frieder Schlaich. Der jüngste Film von Frieder Schlaich, „Naomis Reise“ läuft am 4.12.17 im ZDF, allerdings zur nachtschlafenden Zeit um 0:20 Uhr. Er kann aber danach 1 Woche lang zu beliebiger Zeit unter www.zdf.de in der Mediathek angeguckt werden. Nicht zu vergessen die Dokumentarfilme (u.a. Kernen Imagefilm) von DigIt Media (Thomas + Edelgard Bitzer-Prill), vom „Projekt Dorfgedächtnis“ der Allmende (u.a. „d’Elis bachd“, "Oma, i will a Schmalbrot" und „Karl Haidle Hondert“. Sie sind auch als DVD erhältlich, gut geeignet als Weihnachtsgeschenk! Bestellung über Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!) und von Rheinhold Reichle (Vorführung am Do, 30.11., 19 Uhr, Musikvereinsheim).

Krimilesung mit Dietrich Hub am 13.12.

Der in Rommelshausen lebende Krimiautor Dietrich Hub wurde 2016 mit seinem Roman „Tod auf der Yburg“ einer breiteren Öffentlichkeit bekannt. Nun hat er einen neuen Krimi geschrieben mit dem Titel „Wir waren Kinder“, den er wieder mit sehr viel Lokalkolorit anreicherte. Kernen-Premiere am Mi, 13.12., 20 Uhr, Museumskeller. Bitte Termin vormerken.

Nächster Backtag

Sa, 16.12. 9/12 Uhr, im Backhäusle in der Mühlgaß

 

Allmende für Mitteilungsblatt 47-2017

Provinzielle Lebenswege mit Lutz Taufer am 24.11.

In den 1970er Jahren versuchte die Rote-Armee-Fraktion RAF mit bewaffneten Aktionen und der Ermordung von Repräsentanten aus Wirtschaft und Politik die gesellschaftliche Ordnung umzustürzen. Der Staat reagierte mit massiven Unterdrückungsmaßnahmen. Höhepunkt war vor 40 Jahren der sog. "Deutsche Herbst". Letzte Woche hatten wir dazu schon Michael Buback, den Sohn des damals ermordeten Generalbundesanwaltes, bei einer Lesung zu Gast.

Am Fr., 24.11., 20 Uhr im Museumskeller kommt nun einer der damaligen RAF-Mitglieder: Lutz Taufer, Jahrgang 1944, wuchs in Karlsruhe auf, in der „bleiernen Zeit“ der Adenauer-Ära. Später studierte er in Freiburg und Mannheim. Dort, in der badischen „Provinz“, erreichten ihn auch die Ausläufer der 1968er-Revolte, mit Demonstration gegen die Notstandsgesetze und gegen den Krieg in Vietnam. Sie führten zu einer schnellen Politisierung. Über studentische Basisgruppen kam er zum Sozialistischen Patientenkollektiv (SPK) in Heidelberg. Vor dort führte ihn der Weg über die Solidaritätsarbeit mit Gefangenen in den Untergrund und zur RAF und ihrem „Kommando Holger Meins“. Dieses überfiel 1975 die deutsche Botschaft in Stockholm, 2 Geiseln wurden ermordet. Es folgten 20 Jahre Gefängnis, zum großen Teil in Isolationshaft. Nach seiner Freilassung und der Lossagung vom bewaffneten Kampf ging Taufer nach Südamerika und machte dort Gemeinwesenarbeit in den Favelas (Armenvierteln) von Rio. Dort kam er in Kontakt mit dem Weltfriedensdienst, in dessen Vorstand er heute für die Entwicklungszusammenarbeit mit Partnerorganisationen im globalen Süden dieser Welt tätig ist. Vor kurzem erschien im Verlag Assoziation A seine Biographie „Über Grenzen – Vom Untergrund in die Favela“. Mit dem Allmende-Vorsitzenden Ebbe Kögel unterhält er sich über seinen Lebensweg. Eintritt: 6 €