Samstag, 30. Juni 2018, 17.30 Uhr, Stadtpalais, Konrad-Adenauer-Straße 2, Stuttgart

Film-Uraufführung: Stetten. Grafeneck. 1940

 

403 Behinderte aus der Anstalt Stetten und der 1939 nach Stetten ausgelagerten badischen Anstalt Kork wurden 1940 mit den „Grauen Bussen“ nach Grafeneck transportiert und dort vergast.
Dorf und Anstalt Stetten taten sich lange schwer mit der Erinnerung an das Geschehen. Erst in den 1990er Jahren wurde ein „Stein des Gedenkens“ mit den Namen der Ermordeten aufgestellt und eine Doktorarbeit über die Anstalt in der NS-Zeit veröffentlicht.

70 Jahre später fand in Stetten eine große Gedenkaktion statt. Im Dorf wurden 403 Stühle mit den Namen der Ermordeten aufgestellt, mit Hussen (Stoffüberzüge für Rückenlehnen), die von Familienangehörigen, Schulklassen und KünstlerInnen gestaltet wurden. Während und nach der Gedenkaktion wurden zahlreiche Interviews mit ZeitzeugInnen aus dem Dorf, Menschen mit Behinderungen, VertreterInnen der Einrichtung, Verwandten und Nachkommen der Toten geführt. So entstand ein Kaleidoskop der Erfahrungen und unterschiedlichen Reaktionen auf die „Euthanasie“.

Der 50-minütige Film aus der Reihe „Projekt Dorfgedächtnis“ der Allmende Stetten wird im Rahmen der Stuttgarter Veranstaltungswoche „Schlaf, Kindlein, Schlaf“ am Samstag, 30. Juni 2018 um 17.30 Uhr im Stadtpalais Stuttgart in der Konrad-Adenauer-Str. 2 gezeigt.
Eintritt frei.

 

403 Hussen im Innenhof des Stettener Schlosses Foto Diakonie StettenxHussen im Schloßhof der Diakonie Stetten

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