Mittwoch, 27. Dezember 2017, 20 Uhr, TV-Heim Stetten

Diavortrag: Jahresrückblick Allmende 2017

 

Die insgesamt 28 Veranstaltungen der Allmende in 2017 wurden von über 1.500 Personen besucht. Die Gesamtzahl der BesucherInnen der 313 Veranstaltungen seit Gründung im Jahre 2005 hat inzwischen die 15.000er-Grenze überschritten.

Unter den zahlreichen Ereignissen des Jahres stechen die folgenden heraus:

 Zu 40 Jahre Deutscher Herbst erzählte Prof. Dr. Michael Buback über den (zweiten) Tod seines Vaters. 60 ZuhörerInnen folgten im Museumskeller gebannt seinen Worten.

Der Sohn des 1977 ermordeten Generalbundesanwalt Siegfried Buback wurde 2007 vom ehemaligen RAF-Terroristen Peter Book regelrecht „wachgerüttelt“. Bis dahin glaubte er an die Richtigkeit der offiziellen Ermittlungsergebnisse. Buback begann zu recherchieren und die Akten zum Mordfall aufzuarbeiten. Er stieß auf unfassbare Fehler sowie Versäumnisse der Justiz. Neben plötzlich verschwundenen Akten und Asservaten wurden wichtige Augenzeugen nicht befragt und V-Männer in der RAF durch den Verfassungsschutz gedeckt. So wurden die wahren Täter nie zu Rechenschaft gezogen.

Seine Untersuchungen und Schlussfolgerungen fasste Buback in einem Buch zusammen. Mit diesen Ergebnissen kämpft er für eine rechtschaffende Aufklärung der Ermordung seines Vaters und seiner Begleiter – für die Angehörigen ebenso wie für die Öffentlichkeit.

Eine Woche später hatten die BesucherInnen die Chance, die „andere Seite“ des Deutschen Herbstes zu ergründen. Der Ex–RAF–Terrorist Lutz Taufer berichtete in der Reihe „Provinzielle Lebenswege“ über seine Zeit bei der RAF, dem Attentat auf die Deutsche Botschaft in Stockholm 1975, die Jahre im Gefängnis und sein Leben danach.

Die wohl bestbesuchte Veranstaltung war Anfang des Jahres der Film „Karl Haidle – Hondert“. Er zog 220 ZuschauerInnen in die Glockenkelter. Karl Haidle, Jahrgang 1915 und der (zweit-)älteste Bürger Stettens, wurde über sein ereignisreiches Leben interviewt und berichtet dabei auch über seine Zeit als Gebirgsjäger im Zweiten Weltkrieg.

Ebenso beeindruckend und erfolgreich war die Kooperationsveranstaltung mit Gentechnikfrei Rems-Murr, DFG-VK und Demokratie-Initiative Vaihingen in Erdmannshausen

Der bekannte Schweizer Journalist Historiker und Friedensforscher Dr. Daniele Ganser referierte über „Illegale Krieg der UNO“. In seinem Vortrag zeigte er auf, wie die NATO-Staaten und das US-Imperium die UNO sabotieren und das Kriegsverbot der UNO-Charta missachten. Alle Kriege, die nicht aus Gründen der Selbstverteidigung oder mit einem Mandat des Sicherheitsrates geführt werden, sind illegal und verstoßen gegen das Gewaltverbot, so Ganser. Dieser elementare Gedanke wird selten über die Medien vermittelt und ist den wenigsten bekannt – obwohl er bis heute gültig ist.

Als eine der zahlreichen Kooperationsveranstaltungen der Allmende wurde im Rahmen des Entwicklungspolitischen Filmherbstes (zusammen mit dem AK Solidarische Welt, Kommunales Kino und Kernen-Masvingo-Gesellschaft) die Dokumentation „Todschick – Die Schattenseite der Mode“ gezeigt. Anschließend diskutierten die 75 ZuschauerInnen angeregt mit der anwesenden Regisseurin Inge Altemeier und eine Initiative für einen Stettener Kleidertausch wurde ins Leben gerufen.

Auch der schon längst traditionelle Backtag der Allmende erfreute sich reger TeilnehmerInnenzahlen, acht Mal wurde der Ofen dieses Jahr angeheizt. Neben den ständigen BäckerInnen schauen samstags immer wieder Neugierige vorbei und versuchen sich am Backen im Holzbackofen. Es werden nicht nur Brote, sondern auch leckere Pizzen und Kuchen gezaubert.

Der Eintritt zum „Jahresrückblick

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