Samstag, 19. Oktober 2019, 19:30 Uhr, Glockenkelter, Obergaß 43 (Hindenburgstr.), Stetten
Vortrag von Ebbe Kögel: Ibr miir kommd koiner mee - ein (politischer) Lebensweg vom Pietismus zum Anarchismus

Der Heimatforscher, Allmende-Gründer und Gemeinderat Ebbe Kögel, Jahrgang 1953, stammt mütterlicherseits aus einer alten Stettener Wengerterfamilie. Deren Großfamilienstruktur war prägend für sein späteres Leben. Genauso wie die praktizierte christliche Nächstenliebe seiner Großmutter und die von seinem Großvater verkörperte Einheit zwischen Natur und kleinbäuerlicher Produktionsweise.

Seine politische Bewusstwerdung erfolgte in den 1970er Jahren – in einem stark durch den Pietismus geprägten Umfeld - durch das selbstverwaltete Jugendzentrum in Stetten und die Tätigkeit als Jugendvertreter und gewerkschaftlicher Vertrauensmann der IG Metall.

Schon in dieser frühen Zeit gab es erste Berührungen mit den Ideen des Anarchismus, die später in vielen persönlichen Begegnungen vertieft wurden. In einem multimedialen Vortrag spricht Ebbe Kögel über seinen (politischen) Lebensweg vom Pietismus zum Anarchismus. Eintritt frei.

 




Samstag, 19. Oktober 2019, 9/12 Uhr, Backhäusle, Mühlstraße in Stetten
47. Allmende Backtag
 
Wir backen wieder Brot und Kuchen im Holzbackofen unseres Dorfbackhauses in der Mühlstraße.
Wer mitbacken will, sollte sich bitte anmelden bei
Ingrid Richter, Telefon 169 1804 oder Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!.
Zeitplan: Ofen anzünden: 9 Uhr
Einschießen der Backwaren: ca. 12 Uhr.
Neugierige und Interessierte können auch einfach vorbeikommen.

 

 

Montag, 21. Oktober 2019, 20 Uhr, Museum unter der Yburg, Obergaß 24 (Hindenburgstr.), Stetten
Lesung Norbert F. Pötzl: Der Treuhand-Komplex. Legenden. Fakten. Emotionen

Die Treuhandanstalt war eine in der Spätphase der DDR gegründete Anstalt des Öffentlichen Rechts, mit der Aufgabe, die volkseigenen Betriebe der DDR nach den Grundsätzen der Sozialen Marktwirtschaft zu privatisieren und die „Effizienz und Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen zu sichern“. So die offizielle Beschreibung ihrer Tätigkeit.
Für viele ehemalige DDR-Bürger war sie (und ist sie bis heute) ein kapitalistisches Ungetüm und der Sündenbock für alle negativen Entwicklungen in den neuen Bundesländern. Viele machen sie auch für die aktuellen Wahlerfolge der AfD in Ostdeutschland verantwortlich
Norbert Pötzl hat sich intensiv mit der Geschichte der Treuhand beschäftigt und als Erster die seit Kurzem im Bundesarchiv zugänglichen Treuhand-Akten gesichtet. Er unterzieht in seinem im September 2019 erscheinenden Buch „Der Treuhand-Komplex“ anhand der Fakten alle Meinungen, die über die Treuhand kursieren, einer eingehenden Analyse. Er untersucht, ob die Treuhand seinerzeit tatsächlich böswillig DDR-Staatsvermögen verschleudert und die Bevölkerung um dessen Besitz gebracht hat und bringt die unterschätzte (und oft unterschlagene) Rolle ostdeutscher Akteure bei der Entstehung der Treuhand und in der Privatisierungspraxis an die Öffentlichkeit.
Norbert Pötzl, Jahrgang 1948, wuchs in Waiblingen auf und machte am Staufer-Gymnasium sein Abitur. Nach Stationen bei verschiedenen süddeutschen Lokal- und Regionalzeitungen war er von 1972 bis 2013 als Redakteur für das Hamburger Nachrichtenmagazin Der Spiegel tätig.
Er ist Autor zahlreicher Bücher und Biographien (u.a. über die Barschel-Affäre, Honecker und Bismarck). Im Februar 2018 war er mit seinem Buch „Casablanca 1943“ bei den Provinziellen Lebenswegen der Allmende zu Gast.
Eintritt: 6 Euro

 

 

Mittwoch, 6. November 2019, 19 Uhr, Ev. Gemeindehaus, Ellenhofener Str. 10 (beim Rathaus), Lehrensteinsfeld (bei Heilbronn)
August Lämmle und Josef Eberle – schwäbische Dichter zwischen Anpassung und Widerstand

Die nach wie vor besten – wenn auch oft in Vergessenheit geratenen – Gedichte in schwäbischer Mundart stammen aus der 1. Hälfte des 20. Jahrhunderts, von den Dichtern August Lämmle und Sebastian Blau alias Josef Eberle.
Bei einem Vortrag mit vielen Beispielen ihrer Reimkunst befasst sich die Stettener Regionalhistoriker Ebbe Kögel mit dem Leben dieser zwei Dichter und insbesondere mit ihrem Verhalten in der NS-Diktatur, das unterschiedlicher nicht hätte sein können: Lämmle als Verherrlicher der Nazis und Eberle widerständig.
August Lämmle (1876–1962), ein Schulmeister, wurde vor allem durch seine Sammlungen schwäbischer Geschichten und schwäbischen Brauchtums bekannt. 1900 war er Lehrer in Stetten und veröffentlichte Geschichten zum Pfeffer von Stetten. Nach der Machtübergabe an die NSDAP wurde er ein glühender „Blut-und-Boden“ Dichter und Hitler-Verehrer und machte Karriere, u.a. als Präsident der Reichsschrifttumskammer.
Ganz anders Josef Eberle (1901-1986): Nach einer Buchhändlerlehre kam er als Lektor zum Süddeutschen Rundfunk. Dort erhielt er 1933 Berufsverbot und hielt sich anschließend mit dem Verfassen schwäbischer Gedichte unter dem Pseudonym Sebastian Blau über Wasser. Als die Nazis seine jüdische Ehefrau deportieren wollten, ging er mit ihr in den Untergrund. Nach dem Krieg wurde er Herausgeber der „Stuttgarter Zeitung“.
Im Vergleich der beiden Lebensläufe wird die Bandbreite der Wahlmöglichkeiten zwischen Anpassung und Widerstand in einer Diktatur skizziert.
Vortrag in schwäbischer Sprache. 
Eine Veranstaltung des Fördervereins Dorfkultur Lehrensteinsfeld, https://foerderverein-dorfkultur.lehrensteinsfeld.de




Donnerstag, 7. November 2019, 20 Uhr, Museum unter der Yburg, Obergaß 24 (Hindenburgstr.), Stetten
Andreas Zumach: "Konflikt Israel/Palästina – gibt es eine gerechte Lösung?"

Der israel-palästinensische Konflikt verschärft sich seit Anfang dieses Jahres fast im Wochenrhythmus. Mit dem Bau einer Mauer, der Zerstörung palästinensischer Häuser und der verstärkten Besiedlung besetzter Gebiete sowie ihrer (geplanten) Eingliederung ins israelische Staatsgebiet schafft die israelische Regierung immer mehr Fakten, die einen palästinensischen Staat verunmöglichen.
Zugleich werden Kritiker dieser Politik in Deutschland immer häufiger als Antisemiten verleumdet.Gibt es noch eine Chance für eine gerechte Friedenslösung? Und wie sollen wir Deutsche uns angesichts unserer besonderen historischen Verantwortung zu diesem Konflikt verhalten?Andreas Zumach, Jahrgang 1954, war früher Sprecher der bundesweiten Friedensbewegung. Seit Jahrzehnten ist er internationaler Korrespondent der taz bei der UNO in Genf und ist inzwischen als weltweiter Experte für die Ursachen der Kriege und Konfliktherde in aller Welt und für die Entwicklung des Völkerrechts bekannt und schrieb darüber zahlreiche Bücher. Er war seit 2006 bereits vier Mal in Stetten zu Gast.
Eintritt: 6 Euro



Achtung neuer Termin!
Montag, 18. November 2019, 19.30 Uhr (!), Glockenkelter, Hindenburgstr. 43, Stetten
Vortrag Helma Sick: "Ein Mann ist keine Altersvorsorge - warum finanzielle Unabhängigkeit für Frauen so wichtig ist"

Viele Frauen sehen mittlerweile, wie wichtig es ist, auch in Partnerschaften ihre Interessen zu vertreten, eine Ehe nicht mehr als Versorgungseinrichtung zu betrachten und wirtschaftliche Nachteile durch Kindererziehung und berufliche Ausfallzeiten nicht einfach hinzunehmen. Und Frauen wissen, sie leben länger, sie brauchen also im Alter mehr Geld.
Helma Sick räumt in ihrem Vortrag auf mit Illusionen, Vorurteilen und falschen Anreizen. An konkreten Beispielen zeigt sie, was überholte Rollenvorstellungen im Leben von Frauen anrichten – und was die Politik und Frauen selbst dagegen tun können.
Sie ist studierte Betriebswirtschaftlerin und Inhaberin einer unabhängigen Finanzberatung für Frauen, schreibt seit vielen Jahren regelmäßig Finanzkolumnen in BRIGITTE und BRIGITTE WOMAN und ist Autorin mehrerer Finanzratgeber.
Im März 2019 ist die aktualisierte Neuausgabe ihres Buches „Ein Mann ist keine Altersvorsorge“ erschienen.
Eintritt: 12 Euro. (10 Euro im Vorverkauf. Nur über die Familienbildungsstätte Waiblingen www.fbs-waiblingen.de).
Eine Veranstaltung in Zusammenarbeit mit der Familienbildungsstätte Waiblingen und der Gemeindebücherei Kernen

 

 

Dienstag, 19. November 2019, 20 Uhr, Glockenkelter, Hindenburgstr. 43, Stetten im Remstal
Film: Naomis Reise
In Anwesenheit der Regisseurs Frieder Schlaich

Naomi, 20, lebt mit ihren kleineren Geschwistern in Peru ein einfaches Leben. Nur die große Schwester lebt das scheinbare Glück, verheiratet in Deutschland. Aber dann ist sie tot, ermordet von ihrem deutschen Ehemann. Naomi ist wie betäubt. Die Mutter nach Deutschland zu begleiten, ins Land der Tat, ist das Letzte, was sie sich vorstellen kann. Und dann tut sie es doch und nimmt als Nebenklägerin am Prozess in Berlin teil. Die Presse schreibt: Mit unglaublicher dokumentarischer Präzision und der Einfühlungskraft des Kinos inszeniert Frieder Schlaich diese Drama, das auf einer wahren Begebenheit beruht. Es ist aber vor allem Naomis Blick auf Berlin und die bundesdeutsche gesellschaftliche Wirklichkeit, die dem Film seine Schärfe gibt. Das Paradies, in der sie ihre Schwester glaubte, ist keins. Der Prozess der nüchternen Entzauberung zeigt ein breites Spektrum an Gefühlen: wenn Naomi am Ende mit dem Fahrrad durch Berlin fährt, dann erscheint die Frage, ob auch sie in diesem Land leben wird, kann oder muss, in ganz neuem Licht.
In Zusammenarbeit mit dem Arbeitskreis Solidarische Welt, der Kernen-Masvingo-Gesellschaft und dem Kommunalen Kino Kernen. Weitere Kooperationspartner: Bildung trifft Entwicklung BtE, Dachverband Entwicklungspolitik DEAB, Engagement Global, Evangelischem Zentrum für Entwicklungspolitische Filmarbeit EZEF. Gefördert aus Mitteln des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung.
Eintritt: 6 Euro

Zusätzliche Informationen