Wichtiger Hinweis: Die geplante Veranstaltung am Donnerstag, 07.11.2019 mit Andreas Zumach muss auf 2020 verschoben werden. Der neue Termin wird über die üblichen Kanäle bekannt gegeben.

 

 

Mittwoch, 6. November 2019, 19 Uhr, Ev. Gemeindehaus, Ellenhofener Str. 10 (beim Rathaus), Lehrensteinsfeld (bei Heilbronn)
August Lämmle und Josef Eberle – schwäbische Dichter zwischen Anpassung und Widerstand

Die nach wie vor besten – wenn auch oft in Vergessenheit geratenen – Gedichte in schwäbischer Mundart stammen aus der 1. Hälfte des 20. Jahrhunderts, von den Dichtern August Lämmle und Sebastian Blau alias Josef Eberle.
Bei einem Vortrag mit vielen Beispielen ihrer Reimkunst befasst sich die Stettener Regionalhistoriker Ebbe Kögel mit dem Leben dieser zwei Dichter und insbesondere mit ihrem Verhalten in der NS-Diktatur, das unterschiedlicher nicht hätte sein können: Lämmle als Verherrlicher der Nazis und Eberle widerständig.
August Lämmle (1876–1962), ein Schulmeister, wurde vor allem durch seine Sammlungen schwäbischer Geschichten und schwäbischen Brauchtums bekannt. 1900 war er Lehrer in Stetten und veröffentlichte Geschichten zum Pfeffer von Stetten. Nach der Machtübergabe an die NSDAP wurde er ein glühender „Blut-und-Boden“ Dichter und Hitler-Verehrer und machte Karriere, u.a. als Präsident der Reichsschrifttumskammer.
Ganz anders Josef Eberle (1901-1986): Nach einer Buchhändlerlehre kam er als Lektor zum Süddeutschen Rundfunk. Dort erhielt er 1933 Berufsverbot und hielt sich anschließend mit dem Verfassen schwäbischer Gedichte unter dem Pseudonym Sebastian Blau über Wasser. Als die Nazis seine jüdische Ehefrau deportieren wollten, ging er mit ihr in den Untergrund. Nach dem Krieg wurde er Herausgeber der „Stuttgarter Zeitung“.
Im Vergleich der beiden Lebensläufe wird die Bandbreite der Wahlmöglichkeiten zwischen Anpassung und Widerstand in einer Diktatur skizziert.
Vortrag in schwäbischer Sprache. 
Eine Veranstaltung des Fördervereins Dorfkultur Lehrensteinsfeld, https://foerderverein-dorfkultur.lehrensteinsfeld.de



Achtung neuer Termin!
Montag, 18. November 2019, 19.30 Uhr (!), Glockenkelter, Hindenburgstr. 43, Stetten
Vortrag Helma Sick: "Ein Mann ist keine Altersvorsorge - warum finanzielle Unabhängigkeit für Frauen so wichtig ist"

Viele Frauen sehen mittlerweile, wie wichtig es ist, auch in Partnerschaften ihre Interessen zu vertreten, eine Ehe nicht mehr als Versorgungseinrichtung zu betrachten und wirtschaftliche Nachteile durch Kindererziehung und berufliche Ausfallzeiten nicht einfach hinzunehmen. Und Frauen wissen, sie leben länger, sie brauchen also im Alter mehr Geld.
Helma Sick räumt in ihrem Vortrag auf mit Illusionen, Vorurteilen und falschen Anreizen. An konkreten Beispielen zeigt sie, was überholte Rollenvorstellungen im Leben von Frauen anrichten – und was die Politik und Frauen selbst dagegen tun können.
Sie ist studierte Betriebswirtschaftlerin und Inhaberin einer unabhängigen Finanzberatung für Frauen, schreibt seit vielen Jahren regelmäßig Finanzkolumnen in BRIGITTE und BRIGITTE WOMAN und ist Autorin mehrerer Finanzratgeber.
Im März 2019 ist die aktualisierte Neuausgabe ihres Buches „Ein Mann ist keine Altersvorsorge“ erschienen.
Eintritt: 12 Euro. (10 Euro im Vorverkauf. Nur über die Familienbildungsstätte Waiblingen www.fbs-waiblingen.de).
Eine Veranstaltung in Zusammenarbeit mit der Familienbildungsstätte Waiblingen und der Gemeindebücherei Kernen

 

 

Dienstag, 19. November 2019, 20 Uhr, Glockenkelter, Hindenburgstr. 43, Stetten im Remstal
Film: Naomis Reise
In Anwesenheit der Regisseurs Frieder Schlaich

Naomi, 20, lebt mit ihren kleineren Geschwistern in Peru ein einfaches Leben. Nur die große Schwester lebt das scheinbare Glück, verheiratet in Deutschland. Aber dann ist sie tot, ermordet von ihrem deutschen Ehemann. Naomi ist wie betäubt. Die Mutter nach Deutschland zu begleiten, ins Land der Tat, ist das Letzte, was sie sich vorstellen kann. Und dann tut sie es doch und nimmt als Nebenklägerin am Prozess in Berlin teil. Die Presse schreibt: Mit unglaublicher dokumentarischer Präzision und der Einfühlungskraft des Kinos inszeniert Frieder Schlaich diese Drama, das auf einer wahren Begebenheit beruht. Es ist aber vor allem Naomis Blick auf Berlin und die bundesdeutsche gesellschaftliche Wirklichkeit, die dem Film seine Schärfe gibt. Das Paradies, in der sie ihre Schwester glaubte, ist keins. Der Prozess der nüchternen Entzauberung zeigt ein breites Spektrum an Gefühlen: wenn Naomi am Ende mit dem Fahrrad durch Berlin fährt, dann erscheint die Frage, ob auch sie in diesem Land leben wird, kann oder muss, in ganz neuem Licht.
In Zusammenarbeit mit dem Arbeitskreis Solidarische Welt, der Kernen-Masvingo-Gesellschaft und dem Kommunalen Kino Kernen. Weitere Kooperationspartner: Bildung trifft Entwicklung BtE, Dachverband Entwicklungspolitik DEAB, Engagement Global, Evangelischem Zentrum für Entwicklungspolitische Filmarbeit EZEF. Gefördert aus Mitteln des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung.
Eintritt: 6 Euro

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